Grüne Vorwahlen – der Vorstand braucht einen Blick fürs Ganze
Geschrieben von Markus Rathmayr am 12. Juni 2009 | Abgelegt unter Die Grünen, Politik
Zunächts mal meinen tiefen Respekt für den Blopost von Helge!
Wir im Wiener Landesvorstand haben also Entscheidungen getroffen und wir haben es uns echt nicht leicht gemacht! Nein, es werden nicht alle aufgenommen, weder von den Grünen Vorwahlen noch aus den anderen Paketen, die bei uns eingetrudelt sind und immer noch eintrudeln. Jetzt stellt sich die Frage nach dem Warum? Da ist viel die Rede von der großen Chance für die Grünen und der Gefahr einer medialen Ohrfeige bis zu den Wahlen hin. Auf der skeptischen Seite kamen Argumente von falschem Politkverständnis (auch von mir) bis zur hidden agenda und geplanter Unterwanderung. Jetzt gibt es viele Blickwinkel auf die ganze Geschichte und fast alle haben in ihren Einschätzungen eben jeweils ihren Blickwinkel betont.
Nun ist es blöderweise die Aufgabe des Landesvorstands alle diese Blickwinkel zu betrachten und vor allem das Gesamtkunstwerk “Wiener Grüne” im Auge zu haben. Ja, die mediale Berichterstattung ist wichtig. Aber genauso wichtig ist es sicherzustellen, dass – nachdem die mediale Karawane weitergezogen ist, also quasi ab Übermorgen – die Wiener Grünen als Organisation arbeitsfähig sind und in all ihren unterschiedlichen Teilen weiter funktionieren. Und da kommt die Einbindung in Spiel. Es geht und ging nie um massenhafte Gewissenskontrolle, dafür sind wir intern viel zu heterogen. Aber bei aller internen Heterogenität teilen wir die das Verständnis, dass diese Differenzen ausgetauscht und ausgetragen werden um in teils langen aber wichtigen Prozessen zu einem gemeinsamen Bild zu kommen, das zwar nicht alle 100%ig teilen, aber aufgrund der Einbindung in den Prozess akzeptieren und mittragen können. Nur dann kann Heterogenität in dieser Form konstruktiv umgesetzt werden.
Wir sind nicht die ÖVP, die eigentlich keine gemeinsame Grundlage hat und sich quasi alles an internem Disput erlauben kann, sofern es immer das Kommando von oben geben kann und dann ist wieder klar was Sache ist! Das gibt es bei uns nicht. Daher ist es auch unfair Maria Vassilakou mangelnde Autorität zu unterstellen. Bewusst ist Klubvorsitz von “Landessprecherei” und Landesvorstand getrennt, genau um diesen oben erwähnten Blick aufs Ganze jenseits der tagespolitischen Fixierung zu ermöglichen.
Keine andere Partei hat diesen Grad an Offenheit wie die Wiener Grünen. Wer mitmachen will wird mit offenen Armen empfangen, sei es in den Bezirken oder auch auf Wien-Ebene. Wir schreiben niemandem vor Zettel verteilen zu müssen, das ist Schwachsinn. Politischer Aktivismus hat viele Formen, auch bei uns, und findet vor allem außerhalb der Wahlkämpfe statt. Es gibt bei uns auch kein Delegiertensystem. Alle Mitglieder können über Spitzenkandidaturen und Listenplätze entscheiden, wo gibt es denn das sonst noch? Außerdem kann jede und keder bei uns kandidieren, egal ob mitglied oder nicht. Und es werden sich alle KandidatInnen bereits ab September der Öffentlichkeit online stellen müssen, auch etwas, dass es bisher noch nirgends im politischen System gebeben hat.
Wenn wir aber den Eindruck bekommen müssen, da will jemand eigentlich gar nichts von uns wissen dann wird es sehr schwer diese Einbindung und Teilhabe sicher zu stellen. Das gilt übrigens auch für Massenanträge anderer Gruppen, wo nicht einmal klar ist, ob da überhaupt eine persönliche Willenserklärung vorliegt. Dann sind die Vorbehalte schon berechtigt, dass es da wirklich nur um die Listenwahl am 15. November geht. Das reicht unserer Ansicht nicht und diese Ansicht wird in weiten Teilen der Wiener Grünen auch geteilt. Diese Skepsis ist ebenso berechtigt wie das Schielen nach guter Medienberichterstattung und wir als Landesvorstand haben die Aufgabe darauf auch Rücksicht zu nehmen. Denn bei aller Web-Affinität, ohne klassiche Parteistruktur geht es nicht! Das hat das LiF eindrucksvoll bewiesen.
Wo ich echt grantig werde ist wenn es dann gleich ins Persönliche geht und den Vorstandsmitgliedern Eigeninteressen unterstellt werden (siehe Standard-Artikel), da einige am 15. November kandidieren wollen. Liebe Leute, nichts wäre leichter gewesen als sich als Landesvorstand bei ungefähr 500 Leuten gleich mal beliebt zu machen und diese aufzunehmen. Vielleicht noch ein paar Kennenlern-Veranstaltungen, wo sich die Personen mit Karriereinteressen präsentieren hätten können. Es werden aus heutiger Sicht wahrscheinlich 40-50 Personen um ca. 16 Plätze antreten. Die Zeiten sind auch bei den Grünen Gott sei Dank vorbei in denen hier großartig gesteuert werden kann.
Also, bei aller verständlichen Verärgerung, ersuche ich nicht zu vergessen, dass es eine Grüne Welt auch jenseits der Grünen Vorwahlen gibt und nicht das eine das andere erstzen soll, sondern es um ein Wachsen der bereits bestehenden Grünen Struktur geht. Wir haben mit unserer Entscheidung versucht diesem Rechnung zu tragen.
15 Kommentare »
am 12. Juni 2009 um 15:13 1.schimi schrieb …
Lieber Markus,
ich gehe nach wie vor davon aus, dass sich der Prozess eurer Entscheidungsfindung nach wie vor in Bewegung befindet, ich will daher garnicht ungeduldig wirken und bin nach wie vor bereit die restliche, der euch selbst gegebenen Zeit, auf eine klare Entscheidung zu warten.
Gerade deshalb würde ich dir aber gerne schon mal sagen, dass ich glaube dass es für alle Beteiligten extrem wichtig wird, dass ihr eure Entscheidung, wie auch immer sie genau aussieht, klar und deutlich begründen werdet. Das wird wichtig für die Grünen Vorwähler, um euch zu verstehen, und wichtig für euch, um überall richtig verstanden zu werden.
Was ich in den letzten 2 Tagen darüber so gehört und gelesen habe, verursacht in mir aber leider eher das gegenteilige Gefühl, klare Antworten ohne Umschweife vermisse ich bisher. Auch in deinem Artikel stellst du zwar am Anfang die klare Frage nach dem “Warum?”, schweifst dann aber wieder ab “wovon viel die Rede ist,” und was Aufgabe des Landesvorstandes ist. Versteh mich nicht falsch, das ist ja keineswegs uninteressant, aber den konkreten Grund für Ablehung oder Nicht-Ablehnung der Unterstützererklärungen kann ich mir dadurch bestenfalls selber reininterpretieren. Und das ist bekanntlich gefährlich.
In diesem Fall würde ich zum Beispiel so interpretieren: Es geht also nicht um Gewissenskontrolle, es geht um Teilhabe. Deiner Ausführung über die Offenheit der Grünen entnehme ich, dass ihr, wenn auf die gleiche Art und Weise 300 Mitglieds-Anträge gekommen wären, ihr diese ohne Probleme und weitere Bedenken aufgenommen hättet. Verstehe ich das richtig? Denn diese Offenheit ist ja nur eine Offenheit, wenn sie nicht nur auf einem Blatt Papier existiert. Bisher hab ich mich persönlich als Unterstützer jedenfalls nur mittelmäßig “mit offenen Armen” empfangen gefühlt.
Weiters entnehme ich deinem Satz “Wenn wir aber den Eindruck bekommen müssen, da will jemand eigentlich gar nichts von uns wissen”, dass ihr gewissen Anträgen auf Aufnahme als Unterstützer bei den Grünen ein Desinteresse herausgelesen habt, bei anderen nicht. Wie ist das zu verstehen? Oder geht es bei diesem Desinteresse doch um andere Kriterien (z.B. wer von den Grünen Vorwählern schon bei den gemeinsamen Veranstaltungen war etc.)?
Was ich damit sagen will ist: Je konkreter die Antwort, desto einfacher wird sie verstanden. Am Ende ist es denke ich nur fair, wenn jeder einzelne weiß warum er aufgenommen wurde, oder warum nicht.
am 12. Juni 2009 um 22:56 2.gerda medek schrieb …
Lieber Markus!
Ihr im Wiener Landesvorstand habt also die Entscheidung getroffen nicht alle VorwählerInnen aufzunehmen, auch nicht alle aus den „anderen Paketen“. Warum?
Zu dieser Frage berechtigt mich das Grüne Statut 5.7.1.:
„Die Aufnahme einer Unterstützerin/eines Unterstützers kann der Landesvorstand unter Bekanntgabe der Gründe ablehnen.“
Also bitte lieber Markus, lieber Vorstand, gebt Eure Gründe der Ablehnung bekannt.
Die bisherigen Begründungen sind vage und überzeugen nicht. Wurden diese Beschlüsse einstimmig getroffen? Was hat den Ausschlag für die Ablehnung gegeben? Um wie viel Personen insgesamt handelt es sich bei den Abgelehnten, den Aufgenommenen? Wer oder was ist in den „anderen Paketen“? Der ganze Entscheidungsfindungsprozess ist absolut undurchsichtig, ganz ohne Transparenz geht es bitte nicht!
Deine Begründung wie ich sie verstanden habe, ist,
„dass es Aufgabe der Vorstandsmitglieder ist, alle Blickwinkel in Betracht zu ziehen und die Wiener Grünen als Organisation arbeits- und funktionsfähig zu halten.“
Es stellen sich viele Fragen:
1. Wie kommst Du zu der Annahme, dass die VorwählerInnen das falsche Politikverständnis haben und Du das richtige?
2. Konntet Ihr/Du der Idee einer großen Chance für die Grünen und der Gefahr einer medialen Ohrfeige bis zu den Wahlen hin, nichts abgewinnen, der hidden agenda und geplanten Unterwanderung aber schon?
3. Glaubst Du/glaubt Ihr im Ernst, dass die Grünen als Organisation bei einer Mitgliederzunahme nicht arbeits- und funktionsfähig wären? Natürlich wird die Funktionärs- und Mandatarsriege kräftig durchgemischt. Aber das ist ja auch Sinn der Aktion, neue Menschen für hervorragende Grüne Ideen gewinnen und sie sich bewähren lassen.
4. Sind nicht schon genug Wahlen verloren, sollten nicht auch mal andere Köpfe mitdenken?
5. Oder meinst Du/Ihr vielleicht, dass die mit der Entscheidung unzufriedenen, ihre Arbeits- und Funktionsfähigkeit aufgeben würden? Die Gefahr dass es die für die Aufnahme Plädierenden umgekehrt genauso tun, besteht aber auch. Und die WählerInnen erst!
6. Wie kommst Du/kommt Ihr zu den Schluss, dass manche Leute gar nichts von Euch wissen wollen, obwohl Du/Ihr ihre Anträge vor Dir hast?
7. Hast Du /habt Ihr nicht vielleicht ein paar Blickwinkel ausgelassen?
Es ist alles sehr merkwürdig und auch wenn Du jetzt gleich grantig wirst: es gibt kein gutes Bild in der Öffentlichkeit, wenn die selben Personen über Aufnahme oder Ablehnung entscheiden, die unter Umständen einen Nachteil als GemeinderatskandidatInnen durch eine die eigene Lobby zahlenmäßig überragende Gruppe hätte.
Du meinst (in einem anderen Forum), dass die Bezirkekonferenz und die Landeskonferenz wenige bis gar keine VorwählerInnen aufgenommen hätten (gibt es darüber Beschlüsse?)und dass die Stimmung innerhalb der Wiener Grünen noch viel radikaler ablehnend ist, als ich glaube. Ich glaube aber gar nicht, dass sie ablehnend ist, das ist unbewiesen. Es ist nicht mal bewiesen, dass sich alle FunktionärInnen der vorgenannten Gremien ablehnend zeigen. Ich glaube, dass die grüne Basis eher für die Aufnahme ist, aber auch das ist unbewiesen, wäre aber leicht zu beweisen, wenn der Vorstand sich deren Meinung durch eine Abstimmung auf der Komplat einholte.
Roberts Ablehnungsbegründung war absurd …“der Vorstand könne anhand der eingereichten Unterlagen erkennen, wie sich die VorwählerInnen entwickeln werden“ Ist er der liebe Gott?
Von Lukas höre ich, dass der Vorstand für die Entscheidungsfindung „Beurteilungs-Kriterien“ entwickelt hat, denen leider nicht alle entsprochen hätten.
Waren sie Analphabeten, Bettnässer, Taubenvergifter oder Schrebergartenbesitzer?
Welche Vorzüge muss man mitbringen, um dem Grünen Kriterienkatalog entsprechen zu können?
Ich ersuche um eine Begründung der einzelnen Ablehnungen, wie in den Statuten vorgesehen.
Lg
gerda
am 13. Juni 2009 um 22:12 3.One Brick schrieb …
@gerda: Danke für den Mut, die grüninterne Vorwähler-Diskussion auch öffentlich zu führen!
am 13. Juni 2009 um 22:39 4.petra galkova schrieb …
@gerda:
liebe gerda,
wenn ich hüte tragen würde, müsste ich sie alle vor dir ziehen!
du sagst hier so vieles (nur etwas anders und teilweise auch eleganter formuliert), von dem, wofür ich mich in den letzten monaten bei den sitzungen des landesvorstandes der wiener grünen – grüne alternative eingesetzt habe. und ich war nicht alleine.
ich hoffe sehr, dass unsere bemühungen doch noch früchte tragen werden und die anfänglichen ängste durch freunde über neue, grün denkende, aktive und hilfsbereite unterstützer_innen und mitglieder_innen ersetzt werden!
abschliessend auch von mir eine zitat aus dem statut (2.4):
“Ziel der Grünen – Grüne Alternative Wien ist die Zusammenführung aller grün und/oder alternativ denkenden Menschen in Wien. Dabei sind Toleranz und Pluralismus oberste Kriterien.”
danke, gerda!
am 14. Juni 2009 um 15:41 5.adi schrieb …
ich kann Gerda nur voll zustimmen.
das wird ja immer dreister vom Vorstand.
ob ich meine Gesinnungsprüfung auch zu meiner Wahlentscheidungs-Prüfung heranziehen soll ? Sinnvoll ist das sicherlich nicht. Und es würde zu einer gleichen Wahlblamage für die Grünen führen wie bei der EU-Wahl. Aber man darf nicht vergessen, dass man da sehr viele Gründenkende Leute öffentlich/per Mail vor den Kopf stellt.
Gesinnungsprüfung, oder wie auch immer das dann heißt, das hatte man beim Zivildienst genauso abgeschafft. Und das war auch sinnvoll so.
am 15. Juni 2009 um 13:46 6.Markus Rathmayr schrieb …
@Gerda
ich fass mich kurz
ad 1)
schon oft geschrieben und auch gefilmt worden…
ad 2)
da viele bereits aufgenommen wurden erübrigt sich diese polemik wohl, oder
ad 3)
das durchmischen der funktionärs- und mandatsriege ist per se kein ziel der grünen vorwahlen. ich glaube nicht, dass die initiatorinnen sich freuen wenn du darauf hoffst deine immer wieder geäußerte unmut mit einzelnen personen mit diesem vehikel zum ausdruck bringen zu können. wir hatten übrigens bei der letzten wahl mehr als 25% neue gesichter im gemeinderat und beschäftigen uns seit 1,5 jahren damit dies nochmals zu verstärken
ad 4)
du weißt aber schon, dass wir nicht für den rooseveltplatz (bund) zuständig sind und weder in NÖ, noch in Tirol oder Salzburh was mitzureden haben.
ad 5)
ich meine genau das oben geschriebene: gelebeter pluralismus kann nur dann funktionieren, wenn es breite gemeinsame prozesse der meinungsbildung gibt und die funktionieren nur wenn alle bereit sind sich daran zu beteiligen
ad 6)
von den selbst gestrickten anmeldeformularen. wenn mir jemand sagt ich such mir die infos schon selbst zusammen und will von euch nix bekommen, dann ist das wohl eindeutig, oder?
ad 7)
welche, hilf uns…
es gehört leider zu den agenden des vorstands genau darüber zu entscheiden, wie auch die wahlkampfstruktur vorzubereiten und die prozesse zu organisieren, die zu schwerpunktthemen führen. schade nur, dass bei uns sehr schnell die persönliche keule geschwungen wird, und wie gesagt in diesem fall ist die besonders absurd!
am 15. Juni 2009 um 14:54 7.Heinz Duschanek schrieb …
Hallo Markus,
zwischen “Ich will von Euch nix bekommen” und “bitte keine Massenzusendungen” ist aber ein Unterschied. Den möchte ich gerne Klavierspielen können. Nein, besser Gitarrespielen.
Einen ähnlichen Passus gibt es übrigens auch im Original-Formular auf http://www.gruene.at: “Ich möchte via E-Mail über aktuelle Veranstaltungen und Termine der Grünen Wien informiert werden: ❑ ja ❑ nein.”
Hier nein zu sagen ist wohl ein sofortiges Ablehnungskriterium?
Ausserdem: ist der unterschriebene Satzteil “Ich möchte bei der Partei mitarbeiten …” auf den Formularen der Vorwahlen gar nichts wert? Der wurde ja von allen Antragstellern unterschrieben.
Aber ich verstehe schon, wenn es sonst keine Begründung gibt, warum manche aufgenommen werden und andere nicht, dann muss eben dieses blöde Häkchen herhalten.
Alea iacta est?
am 15. Juni 2009 um 15:59 8.schimi schrieb …
Lieber Markus, auch wenn du mir nicht direkt geantwortet hast, so nehme ich nun mit ehrlichem Schrecken zur Kenntnis, dass ihr also einen Großteil der Menschen, die sich mit ihrer Unterschrift zu den Grünen und ihren Werten bekannt haben, ablehnt, weil sie einen Punkt gegen Massensendungen angekreuzt haben?
Wie ich schon in Robert Korbeis Blog sagte: Ich bin fast sprachlos, das kann doch nicht euer Ernst sein, oder? So wie bei ihm, finde ich auch bei dir den genauen Wortlaut besonders spannend, weil er rein nichts mit dem Original-Wortlaut zu tun hat:
Wo findet sich in “Ich bitte darum, meine Adressen nicht für Massenzusendungen zu verwenden – ich informiere mich online selbst!” ein “Ich will von euch nix bekommen”?
Daher auch hier nochmal:
1. Wo steht, dass ich keine Informationen von euch brauche? Es geht um Massensendungen, sonst nichts. Gerade die Grünen Vorwahlen haben es sich ja zum Ziel gemacht, im Laufe des Sommers mit euch gemeinsam nähere Informationen zu allen Themen und Kandidaten aufzustellen, sei das nun Online oder in Veranstaltungen etc.
2. Wie kann die Aussage, dass ich mich aktiv “selbst informiere” als Desinteresse interpretiert werden?
3. Und wo steht, dass ich an den Grünen nicht teilnehmen will?
4. Sollten Kriterien (so absurd sie mir auch erscheinen mögen), die zur (Nicht-)Aufnahme führen nicht im Vorhinein transparent sein? Es geht hier doch nicht um irgendeinen geheimen Test, in den dann im Nachhinein irgendwas reininterpretiert wird. Wie Heinz richtig bemerkt ist der gleiche Punkt ja auf eurem Original-Formular ebenso zu finden.
Ich für meinen Teil würde jederzeit diesen Punkt wieder ankreuzen, weil das aus meiner Sicht für jeden vernunftbegabten Menschen heutzutage eine selbstverständlichkeit ist, und für Grün-denkende Menschen noch umso mehr. Es sagt hingegen rein GARNICHTS über mein Interesse an den Grünen, meine Motivation für eine Teilnahme bei den Grünen oder Ähnliches aus!
am 15. Juni 2009 um 23:52 9.» Vorwahlen-Showdown: Landesvorstand verbiegt die Statuten. Was tun? · Helge's Blog schrieb …
[...] kommt nun der Landesvorstand trotzdem zur Ansicht, ein Wunsch mitzuarbeiten läge nicht vor? Diese Frage stellte auch die Grüne Bezirksrätin Gerda Medek an Vorstandsmitglied Markus Rathmayr: Wie kommst [...]
am 16. Juni 2009 um 01:16 10.marlies schrieb …
ad 6)
von den selbst gestrickten anmeldeformularen. wenn mir jemand sagt ich such mir die infos schon selbst zusammen und will von euch nix bekommen, dann ist das wohl eindeutig, oder?
Bin als Interessierte einfach nur schockiert!!!
am 16. Juni 2009 um 10:59 11.Philipp schrieb …
“wenn mir jemand sagt ich such mir die infos schon selbst zusammen und will von euch nix bekommen, dann ist das wohl eindeutig, oder?”
Sorry, aber das ist doch Schwachsinn und ungefährt so, wie wenn ich mich von den ganzen Facebook-Benachrichtigungen per Mail abmelde und damit als Facebook-untauglich eingestuft werde und rausfliege. Ich informiere mich schon selber über die Grünen und bin durchaus in der Lage, mit als Anhänger der Grünen nicht von anderen mir Dinge in den Mund legen zu lassen. Da bilde ich mir lieber mein eigenes, unverfälschtes Bild.
am 22. Juni 2009 um 16:17 12.hannes hernler schrieb …
Lieber Markus,
die Katze ist jetzt aus dem Sack. Es geht nicht um Soziales, es geht nicht um einen Umbau der EU, Österreichs oder wenigstens Wiens, es geht ums Untersichbleiben einer Kadergruppe, die bestimmen darf, was grün ist.
Es geht um drinnen und draussen, wie bei jeder beliebigen Religion. Die Glaubenskongregation hat entschieden: Einige der Verdächigen “glauben nicht richtig”. Die wollen ja nur mit anderen Meinungen die Partei untwerwandern. Ja, die benutzen sogar vorgefertigte Anfrageblätter.
(Habt Ihr euch übrigends überlegt, dass ab nun alle unterschriftenbögen von amnesty lächerlich sind?! und die petitionen von greenpeace? vielleicht eh gut, denn das sind auch keine wahren gläubigen.)
Ich finde das so krass, dass die am lautesten “Basis” brüllen, denen die Basis am A… vorbeigeht, wenn es grad nicht passt.
am 23. Juni 2009 um 10:49 13.Markus Rathmayr schrieb …
Lieber Hannes,
dann darf ich davon ausgehen, dass ihr Steirer demnächst die Statuten ändern werdet um sowas wie UnterstützerInnen überhaupt zu ermöglichen. Denn bei allen anderen Grünen Parteien in Österreich, auch bei euch, musst man Mitglied sein, oder ein Mandat ausüben, um Mitentscheiden zu dürfen.
Wieviel neue Mitglieder kommen da so von Jahr zu Jahr dazu, etwa 200 wie in Wien?
Und bei der Grünen Wirtschaft ist ein Mitgliedsbeitrag von 100 € auch nicht das, was ich mir unter niedriger Hürde vorstelle.
a propos laut brüllen!
am 24. Juni 2009 um 20:55 14.hannes hernler schrieb …
Lieber Markus,
das ist leider die falsche diskussion. ich halte den paragrafen für nicht gut. ich würde jederzeit dafür stimmen, den abzuschaffen. es kann doch wohl nicht zuviel verlangt sein, mitglied zu werden, um mitbestimmen zu können. aber es gibt in DIESEM statut DIESEN passus und jetzt haben ihn im vergleich zu früher ein paar mehr gleichzeitig genutzt.
und nun kommt auf einmal das grosse wehklagen und eine art zivildienstkommission, die über die ernsthaftigkeit der anträge entscheidet und als ablehnungsgrund manchmal die nutzung von vorgefertigten anfrageformularen nennt.
DAS ist für mich das problem. jederzeit sollte inhaltlich diskutiert werden. um was gehts den neuen. was steht für die schonmitgliederInnen inhaltlich nicht zur disposition. das würd mich interessieren. und nicht irgendwelche verschwörungstheorien, ob die von irgendwelchen (feindlichen?) mächten gesteuert sind, bestimmte personen abzuwählen. solche diskussionen kenn ich bisher von Hainburgbetonierern und Die-Schlote-müssen-Rauchen-Wirtschaftsbündlern.
bei diskussionen in der grünen wirtschaft sitzt du drinnen und mahnst uns, auf die basis zu hören, die du kennst und wir nicht. bei diskussion auf der BuKo kommen selbsternannte vertreter der “Basis” und bezichtigen andere des Verrats an der Grünen Idee, weil nur sie die basis vertreten. und wenn dann eine kleine basis sich vorstellen kommt, dann wird diese gruppe als 5te kolonne des neoliberalismus geoutet. das hat methode.
ist eh klar, dass hier wieder der mitgliedsbeitrag der GW zur sprache kommt. darüber wurde wohl wirklich ausführlich diskutiert und wem als unternehmer_in 40EUR vom umsatz (vor steuern!) wirklich eine hürde darstellen, die_der hat wahrscheinlich auch keine zeit sich irgendwo zu engagieren.
in Graz kommen übrigends verhältnismässig mehr dazu (im verhältnis der einwohnerinnenzahlen) und in Graz hat Grün auch bei der EU wahl an stimmen zugelegt und ist sogar 2.stärkste fraktion geworden, in meinem bezirk stärkste (da hat vor 20 jahren die SP noch an die 60% gehabt). drum seh ich das positiv und glaube an das wachstum der grünen bewegung. ich freu mich, dass da nicht alle einer meinung sind, sondern dass es eine meinungsspektrum gibt und dass wir so zu diskussionen und auch kompromissen gezwungen sind. aber ich halte das herumdrucksen in funktionerärsbeziehungskisten nicht aus.
am 16. Juli 2009 um 01:30 15.Usenet Free Trial schrieb …
Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.