Wer solche Betonierer hat braucht keine Türöffner mehr

Geschrieben von Markus Rathmayr am 13. August 2009 | Abgelegt unter Die Grünen

Ja ich werde soeben rückfällig. Eigentlich wollte ich mit blogtechnisch von dem Thema UnterstützerInnen verabschieden. Ein (hoffentlich) allerletztes Mal kann ich es mir nicht verkneifen nochmals darauf einzugehen. Der Grund dafür sind die immer wieder kehrenden auch sehr persönlichen Schmutzkübel, die da auf den Vorstand als Ganzes ( z.B. hier) oder auch auf mich persönlich ( z.B. hier) geworfen werden. Letzteres zeugt von ziemlich wenig Ahnung wie Entscheidungen fallen, denn Einzelpersonen sind weder im Positiven noch im Negativen "hauptverantwortlich" für Entscheidungen.

Was hat dieser Betonierer-Vorstand also getan:

  • Es sind um fast 50% mehr Personen ab sofort stimmberechtigt, als vor 2 Jahren.
  • Es wird den Konvent am 25.10. geben, wo an zukünftigen weiteren und noch offeneren Wege der Mitbestimmung von "Außen" gearbeitet wird.
  • Es wird offen dazu aufgerufen für die Listenwahl zu kandidieren.
  • Alle KandidatInnen werden dazu ermuntert sich ab September online und auch in vielen, vielen Veranstaltungen der Öffentlichkeit zu stellen.

Was hat er nicht getan:

  • Er hat die UnterstützerInnen-Initiativen nicht sofort im April "abgedreht". Was wahre Betonierer tun hätten müssen, als die Aufmerksamkeit dafür noch nicht gegeben war.
  • Er hat nicht daran gearbeitet die Statuten zu ändern. Wahre Betonierer hätten alle aufgenommen und dann lobbyiert, dass die Landesversammlung die Statuten ändert.
  • Er hat sich nicht hinter seiner Anonymität als Gremium versteckt, sondern sich in der Form von Einzelpersonen den vielen sehr kontroversiellen Diskussionen gestellt. Wahre Betonierer betonieren möglichst im Verdeckten, denn das ist viel wirkungsvoller und als nicht greifbares Gremium ist man logisch nicht so leicht angreifbar.
  • Er hat nicht nach "Initiativen" getrennt!!!
  • Er hat nicht im Eigeninteresse gehandelt, sondern eher das Gegenteil davon. Da hätte es viel bessere Wege gegeben.
  • Bevor gleich jemand es in einem Kommentar anfügt: Er hat nicht alle 700 aufgenommen.

Wir sind für all das was wir getan haben von vielen Seiten in ganz unterschiedlichen Richtungen kritisiert worden. Den einen waren wir zu offen, den anderen zu strikt. Für die einen haben wir unsere Kompetenzen überschritten, für die anderen nicht richtig (weil nicht streng genug) wahrgenommen. Jetzt lässt sich natürlich argumentieren, dass es besser wäre zumindest einen Teil sehr zufrieden zu stellen und den anderen dafür sehr unzufrieden zu stellen, als alle ein bisschen zufrieden oder eben auch mehr oder weniger unzufrieden zu stellen.

Eine kleine Randbemerkung: Ich bin mir sicher, hätten wir alle 700 Anträge positiv behandelt, hätte die Landesversammlung eine Statutenänderung herbei geführt. Dann wären zwar nicht wir im Vorstand (oder ich) die Bösen, das Ergebnis aber meines Erachtens ein viel schlechteres für die Wiener Grünen gewesen.

Daher meine Bitte zum Schluss nach vorne zu schauen. Am 25. Oktober gemeinsam zu schauen, wie wir die Partizipationsmöglichkeiten zukünftig noch erweitern können. Wenn das gelingt haben die Grünen Vorwahlen ein viel nachhaltigeres Ziel erreicht (über den 15.11. hinaus), als ursprünglich geplant war.

13 Kommentare zu “Wer solche Betonierer hat braucht keine Türöffner mehr”

  1. am 13. August 2009 um 12:37 1.Gerald Bäck schrieb …

    Was der Betonierer Vorstand wirklich getan hat:

    o) Langjährige GrünwählerInnen vor den Kopf gestoßen
    o) UnterstützerInnen auf Grund von fehlen Häkchen abgelehnt (ohne Nachfrage)
    o) UnterstützerInnen wegen angeblich falscher Formulare abgelehnt (ohne Nachfrage)
    o) Beitrittswillige zum Bewerbunsgespäch vorgeladen
    o) UnterstützerInnen per Massenmail abgelehnt, obwohl individuelle Behandlung versprochen wurde
    o) Es wurden sogar Personen abgelehnt, die gar keinen Antrag gestellt hatten

    Dahinter steht eine Mischung aus Unvermögen (Korbei) und Machtinteressen (Rathmayer), die jetzt noch mit solch zynischen Blogpostings abgerundet wird.

    Was bleibt ist ausschließlich Frust.

  2. am 13. August 2009 um 12:58 2.Jana Herwig schrieb …

    Markus, du konstruierst einen Vergleich der Grünen mit fiktiven ‘wahren Betonierern’ um zu zeigen, dass die Grünen besser als solche abschneiden?

    Das spricht für sich selbst.

  3. am 13. August 2009 um 13:20 3.Markus Rathmayr schrieb …

    @Gerald
    “Dahinter steht eine Mischung aus Unvermögen (Korbei) und Machtinteressen (Rathmayer)”
    Immer wieder das gleiche zu behaupten in der Hoffnung, dass da was hängen bleibt ist zwar nicht unüblich, macht es aber nicht besser… und die anderen 6 bzw. 7 Mitglieder des (alten bzw. neuen) Vorstands waren alles lallende Idioten? Du kannst mir ja bei Gelegenheit meine Machtinteressen erklären und wie ich jetzt soviel mächtiger geworden bin.

    @Jana
    Ich will nur klar stellen, dass betonieren anders aussieht – auch wenn wir sicher bei weitem nicht das getan haben, was du dir gewünscht hättest. daher verstehe ich voll und ganz, dass kritik kommt. ich teile sie teilweise und teilweise auch nicht. ich lass mich für schlechte entscheidungen “prügeln”, halte auch gerne für den vorstand (den alten und den neuen) den kopf hin, hätte aber gerne, dass nicht dauernd wenigen einzelpersonen selektiv unfähigkeit oder machtinteressen vorgeworfen werden.

  4. am 13. August 2009 um 16:45 4.Helge schrieb …

    Markus, zu:

    Wenn das gelingt haben die Grünen Vorwahlen ein viel nachhaltigeres Ziel erreicht (über den 15.11. hinaus), als ursprünglich geplant war.

    Den Meisten, die sich für die Sache der Grünen Vorwahlen engagiert haben, jedenfalls mir, ging es nie hauptsächlich um den 15.11., sondern immer um viel nachhaltigere Ziele.

    Leider hast du in allen deinen Debattenbeiträgen und, soweit sich abschätzen lässt, in deinem Stimmverhalten im Vorstand alles dafür getan, um diese nachhaltigeren Ziele zu bekämpfen. Was dein gutes Recht ist. Nur eigenartig, wenn du die Partizipationsmöglichkeiten, die du aktiv bekämpft hast, jetzt lobpreist.

  5. am 13. August 2009 um 18:58 5.Martin Schimak schrieb …

    Da ist er wieder, der Wunsch im Kollektiv aufzugehen: “Einzelpersonen sind nicht hauptverantwortlich für Entscheidungen.”

    Vielleicht wollte das Kollektiv es allen recht machen, und hat darüber aber vergessen, darüber nachzudenken, was gerecht und richtig ist? Und ja, am Ende ist dann niemand “hauptverantwortlich”. Auch das haben Kollektive so an sich.

    Du hoffst, dass es das allerletzte Mal ist, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzen musst.

    Ich hoffe, dass Du Dich trotz meines Rückzugs noch sehr oft damit auseinandersetzen wirst müssen, dass die WählerInnen von nun an zurückreden. Und im Fall von Verantwortungslosigkeiten persönliche Verantwortung nicht nur einfordern, sondern auch durchsetzen können.

  6. am 13. August 2009 um 19:32 6.Gerald Bäck schrieb …

    Ad Kollektiv Ich weigere mich einfach zu behaupten die Grünen oder die Wiener Grünen wären genauso wählerfeindlich und unfähig, wie die Entscheidungen des Landesvorstandes. Es geht eben nicht um ein kollektiv sondern um einzelne Personen, die für dieses Desaster verantwortlich sind und da sind nunmal die Hauptverantwortlichen Markus Rathmayer und Robert Korbei. Dass es dazu noch andere gegeben haben muss, die mitgelaufen sind, um eine Betonierermehrheit zu bekommen, ist klar, entbindet aber niemanden von seiner persönlichen Verantwortung.

    Sich dann noch selbst als Türoffner zu bezeichnen, nur weil es fiktive Szenerien gibt, die noch schlimmer hätten sein können, ist dann nur noch die die Spitze einer breiten UnterstützerInnenverarschung.

  7. am 13. August 2009 um 21:28 7.Thomas schrieb …

    @Helge
    auf Grüne Vorwahlöen findet sich aber kein einziger Hinweis, daß es um etwas anderes gehen könnte als um den 15.November

  8. am 13. August 2009 um 22:06 8.One Brick schrieb …

    Gut, Markus Rathmayr, Du hast eindrucksvoll dargestellt, was echtes Betonierertum ist und wie es sich von dem was ihr in Eurem Landesvorstand aufgeführt habt unterscheidet. Bezeichnend finde ich, dass Du durch die Publikation von derartigem vereinsmeiertaktischem destruktivem Sun-Tzu-artigem Sandkastenunfug zeigst, dass derlei Gedanken durchaus in den Hirnen der Landesvorstände herumgeistern.

    Aber vielleicht nehmen sich die Autoren des Betoniervorwurfes Deine Richtigstellung zu Herzen und korrigieren ihren Vorwurf auf “Dünnbrettbetonierer”, zur Abmilderung.

    Unterm Strich bleibt, dass ihr ein intransparentes und unnachvollziehbares Pauschal-Verfahren abgewickelt habt mit dem Ergebnis, dass viele Leute die Euch seit 20 Jahren im Vertrauen, dass ihr klasse Leute seid, wählen, erkennen, dass sie mit einer Organisationskultur wie sie die Wiener Grünen pflegen nichts zu tun haben wollen.

    Bei aller Sympathie für die Inhalte Deiner sachpolitischen Arbeit sträubt sich alles in mir, Leuten die den von Dir demonstrierten Umgang mit ihren engagiertesten Wählern zeigen, meine Stimme zu geben.

    Schade für die Grünen. Schade für mich.

  9. am 14. August 2009 um 11:56 9.Helge schrieb …

    @Thomas: Dann hast du vermutlich http://www.gruenevorwahlen.at/initiatoren nicht gelesen.

  10. am 14. August 2009 um 15:34 10.Hannes S. schrieb …

    Der Sprecher des grünen Politbüros tut kund, das alles nach bestem Wissen und Gewissen entschieden wurde und das die persönliche Kritik wehtut, weil ja nicht angebracht. Wäre es nicht zum Weinen, müsste man Lachen!

    Dabei sollte das grüne Politbüro dankbar sein, das niemand die Sondermülldeponie über es ausgegossen hat, das es verdient hätte für das fehlende Demokratieverständnis, für das versteckte Agieren im rein persönlichen Interesse, für den Blödsinn, den es gesprochen und geschrieben hat.

    Aber es ist egal, das Politbüro steht für eine Partei, die in sich erstarrt ist, abgehoben von jeglicher Realität. Hätte jemand in dieser Partei Mumm und Realitätssinn, dann hätte sie wohl bei der Landesversammlung einen Antrag auf Absetzung des Politbüros, allen voran Hr. Korbei und Hr. Rathmayr, gestellt. Weil ihr Tun der Partei die Basis entzieht, nämlich Wähler und Unterstützer.

    Wenn hoffentlich viele nicht mehr Grün wählen, dann gibt es die Grünen einfach nicht mehr und sie machen Platz für Neues. Keine schlechte Perspektive angesichts des Zustands der Grünen.

  11. am 15. August 2009 um 18:36 11.Dan schrieb …

    Das Handling der Grünen Vorwahlen seitens der Grünen war und ist absolut chaotisch. Ich war einer der ersten hundert Grünen Vorwähler und musste Monate warten, um auch nur irgendwas von den Grünen zu hören. Dann bekam ich eine Einladung zu ein paar Diskussionsveranstaltungen (die wahrscheinlich alle anderen auch bekommen haben) mit einer Entschuldigung, dass man es noch nicht geschafft habe, die Anträge zu bearbeiten (nach Monaten!). Ein paar Wochen später musste ich begründen, warum ich denn gerne mitmachen würde. Wiederum ein paar Wochen später bekam ich eine positive Antwort mit der Einladung, die interne Zeitschrift zu abonnieren und dem Hinweis, man würde mir die Statuten zuschicken. Auch das Open House wurde angekündigt. Einige Wochen danach hatte ich auch tatsächlich die Statuten im Postkasten…

    Das ganze weckt bei mir den Eindruck, als ob die Grünen alle neuen Unterstützer über einen Kamm scheren würden und sich bei allem möglichst viel Zeit lassen.

    Sowohl bei der “Gewissensprüfung” als auch beim “Open House” zu Sommerbeginn habe ich auf Anfrage meine Interessen bekannt gegeben–kontaktiert hat mich dazu aber noch niemand.

  12. am 26. August 2009 um 09:33 12.Bäckblog Panoptikum | BäckBlog schrieb …

    [...] mittlerweile selbst mehr als nervt. Wie abgehoben und unverfroren allerdings agiert wird, zeigt der Blogbeitrag von Oberbetonierer Markus Rathmayer, der sich darin selbst als Türöffner bezeichnet. [...]

  13. am 28. September 2009 um 11:46 13.Gregor Birkhan schrieb …

    Bin in das Grüne Vorwahlen-Thema blogmäßig nicht ganz eingelesen. Folgende Fragen haben sich mir gestellt, auf die ich aber bis jetzt auch von grüner Seite noch keine Antworten gefunden habe.

    1) Wurden tatsächlich? (Zitat Gerald Bäck folgt)

    o) UnterstützerInnen auf Grund von fehlen Häkchen abgelehnt (ohne Nachfrage)
    o) UnterstützerInnen wegen angeblich falscher Formulare abgelehnt (ohne Nachfrage)
    o) Beitrittswillige zum Bewerbunsgespäch vorgeladen
    o) UnterstützerInnen per Massenmail abgelehnt, obwohl individuelle Behandlung versprochen wurde
    o) Es wurden sogar Personen abgelehnt, die gar keinen Antrag gestellt hatten.

    2) Wenn tatsächlich solche Sachen passiert sind, hat sich jemand bei den betroffenen Personen entschuldigt?

    Um die Verfasstheit der Grünen Wien aufzuzeigen, müssen diese Fragen beantwortet werden!

    Bin selber über die Grünen Vorwahlen Unterstützer geworden, wurde nicht abgelehnt, Aufforderung zum “Bewerbungsgespräch” hab ich entweder nicht bekommen oder nicht so verstanden.

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