Zitat der Woche: "Der fragliche Augartenspitz sei eben keine öffentliche Fläche, sondern gehöre der Republik"
Geschrieben von Markus Rathmayr am 17. September 2009 | Abgelegt unter Der 2. Bezirk, Politik
Das Zitat stammt von Walter Nettig, dem Präsidenten der Wiener Sängerknaben, aus einem APA-Interview. Man (und frau) darf sich jetzt schon fragen wem denn eigentlich die Republik gehört. Nach Nettig’s Definition gibt es gar keine öffentlichen Flächen mehr.
Die Geisteshaltung spricht Bände und steht stellvertretend für das abgehobene und pseudo-elitäre Benehmen nicht nur der Sängerknaben, sondern auch vieler Politiker (selten Innen) von Schwarz über Blau bis Rot (Häupl). Dazu passt gleich das nächste Zitat, diesmal von Norbert Walter in seiner Pressemeldung zum selben Thema:
…ist die Verärgerung des Sängerknaben-Präsidenten nur allzu gut zu verstehen und seine Vorgangsweise nachvollziehbar. Immerhin gibt es gültige Verträge
(Quelle)
Frei nach der wichtigsten Grundregel der Ferengi, ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Aber bei Angelegenheiten von öffentlichem Interesse mit Auswirkungen auf eine Vielzahl von Personen kann ein Vertrag eine demokratische Legitimation nicht ersetzen – und diese fehlt in diesem Fall. Die Absolutheit des Eigentums hat dort seine Grenzen wo der Umgang damit negative externe Effekte mit sich bringt.
4 Kommentare »
am 17. September 2009 um 10:40 1.Harald Jahn schrieb …
Das kannst du auch gleich mit den Bundesforsten diskutieren, die von allen kommerziellen Fotografen Gebühren einheben wollen, wenn sie auf deren Grund fotografieren… Das betrifft aber nicht nur den Wald, sondern auch etliche Seen, Flüsse, Berggipfel… Die kommerziell zu zeigen soll künftig Geld kosten! Was das für das Tourismusland Österreich bedeuten könnte, kann man sich vorstellen…
am 26. September 2009 um 17:30 2.adi schrieb …
schade dass man bei älteren Artikeln keine Kommentare mehr schreiben kann. Woran liegt das?
am 26. September 2009 um 18:54 3.Markus Rathmayr schrieb …
@adi
geht schon wieder…
am 7. Oktober 2009 um 09:37 4.Ein Anrainer schrieb …
Der Mietvertrag der Sängerknaben sollte überprüft werden und ist doch nicht mehr zeitgemäß.