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	<title>politikblog.at &#187; Demokratie</title>
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	<description>Politik scharf formuliert</description>
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		<title>Habemus tabulas &#8211; Eine Nachbetrachtung der Listenwahl</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 09:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Rathmayr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch ich reihe mich in die Blogger der Landesversammlung vom 15.11. ein, mit einem guten Tag Abstand, nach vielen Gesprächen und einigen Reflexionen. Zum persönlichen: Ich wäre natürlich gerne weiter vorne gelandet, irgendwo knapp vor 20 schien mir realistisch, aber was soll&#8217;s. Viel spannender sind die strukturellen Fragen, die sich aus den sichtbar gewordenen Phänomenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich reihe mich in die Blogger der Landesversammlung vom 15.11. ein, mit einem guten Tag Abstand, nach vielen Gesprächen und einigen Reflexionen. Zum persönlichen: Ich wäre natürlich gerne weiter vorne gelandet, irgendwo knapp vor 20 schien mir realistisch, aber was soll&#8217;s. Viel spannender sind die strukturellen Fragen, die sich aus den sichtbar gewordenen Phänomenen ergeben und für uns als Partei und damit für uns im Vorstand wichtig sind.</p>
<h2>Die Beteiligung</h2>
<p>Im Vorfeld wurde von mehr als 1.000 Menschen gesprochen. Ich hatte mit 700 &#8211; 800 gerechnet. Dass es dann letztendlich nur knapp mehr als 600 waren kann man als enttäuschend betrachten, oder aber immer noch als einzigartiges seines gleichen suchendes Phänomen der politischen Landschaft. Das gibt es nur bei uns und darauf sollen wir immer wieder stolz sein. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es unbedingt darum geht aus diesen 600 jetzt 1.000 oder gar 2.000 zu machen. Mir geht es eher darum den Wahlprozess auszudehnen, zu verbreitern, auf mehrere Beine zu stellen um die Wahlberechtigten auch dort abzuholen, wo sie sind, nämlich in den Bezirken (ist nicht gleich Bezirksgruppen!), in den Teilorganisationen, in den befreundeten Organisationen und in den Netzwerken &#8211; vielleicht auch im Audimax.</p>
<p>Tatasache ist auch, dass es die best organisierte und vorbereitete grüne Veranstaltung war, auf der ich jemals gewesen bin. Einen Dank an unser tolles Team in der Landespartei, die hier wirklich grandiose Arbeit geleistet haben.</p>
<h2>Das Ergebnis</h2>
<p>Eine gute Liste für den Wahlkampf und ein Versprechen für die kommenden 5 Jahre. Bis auf 2 Personen sehen die ersten 16 Plätze so aus, wie ich es mir erwarten haben, wenn auch nicht notwendigerweise in der Reihung. Einzelergebnisse von Personen und auch ganzen Wahlgängen waren aber schon merkwürdig. Gestern fiel in einer Diskussion ein spannender Satz.</p>
<blockquote><p>Ich bin zum ersten Mal von einer Landesversammlung mit dem Gefühl heim gegangen, dass ein anderer Wahlmodus ein anderes Ergebnis gebracht hätte&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Grund dafür liegt in der speziellen Situation gestern. Es hat den Anschein, dass ein paar ganz gut organisierte Gruppe da waren, ich schätze mal 4, die teilweise strategisch gewählt haben. Marco hat einen Teilaspekt dazu in <a href="http://www.marco-schreuder.at/2009/11/personliche-nachbetrachtung-der.html" target="_blank">seinem Blog</a> erwähnt. Wenn man nicht bei zumindest einer dieser Gruppen bei dem Wahlgang auf Top-Position war, ist es schwierig geworden. Strategisch wählen kann z.B. bedeuten bei unserem Wahlmodus die Top-KandidatIn oben hinzusschreiben und dann möglichst chancenlose Männer darunter. Jedenfalls bedeutet es anders zun wählen, als es den eigenen Präferenzen entsprechen würde. Das lässt sich nicht ganz verhindern und positive Mobilisierungen sind Teil jeder Wahl und nicht einmal schlecht, denn es geht natürlich darum Begeisterung zu schüren. Wir müssen uns aber ansehen ob unser System nicht vielleicht zu sehr Anreize bietet strategisch zu wählen.  Ich finde es auch ganz lustig, wenn es dann so Ferndiagnosen gibt, gestützt auf das Lesen von &#8220;Live&#8221;-Blogs, in der dann das Ganze als <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/11/16/gruenelv/" target="_blank">Aufweichung des Lagerdenkens</a> interpretiert wird. Ach wäre die Welt doch nur so einfach.</p>
<h2>Worauf es ankam</h2>
<p>Natürlich spielte die Präsentation &#8211; wie immer &#8211; auch ein Rolle. Für alle die jemals vorhaben auf so einer Versammlung zu kandidieren gilt es sich zu merken:</p>
<p>Hol dir deine Klatscher ab. Dafür musst du auf der emotionalen Klaviatur der Versammlung spielen und vor allem die richtigen Wörter erwähnen. Je mehr dabei ins Phrasenschwein der Weltverbesserung gehören, umso besser <img src='http://politikblog.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p>Und so passiert es, dass fast jede/jeder das Thema Studierendenproteste erwähnte, aber niemand auf die Liste kam, der oder die das Thema Bildung forciert hat. Es gibt noch weitere Themenbereiche die vollkommen ausgeblendet wurden. Jetzt verlange ich von PolitikerInnen zwar, dass sie Allrounder sein müssen. Ich halte nichts von single-issue Personen. Ein bisschen fachlicher Background in einem Spezialthema wäre aber schon ganz nett und da sind eben einige wichtige Themen nicht automatisch besetzt. Ich glaube aber dennoch, dass unsere KandidatInnen keine Lücken lassen werden, denn ich halte sie alle für Profis und gute Allrounder.</p>
<p>Wie die Liste ganzheitlich ausehen soll, das kann die basisdemokratische Landesversammlung nicht von sich aus leisten. Da braucht es Bewusstseinsbildung im Vorfeld. Was erwarten wir von einer guten Liste. Welche Qualifikationen und Merkmale hat ein guter Kandidat, eine gute Kandidatin.</p>
<h2>Die Frauen</h2>
<p>Was lernen wir daraus, dass bei den KandidatInnen 2/3 Männer waren? Wie gehen wir damit um, dass alle Männer aber nur die Hälfte der Frauen vom letzten Mal wieder unter die ersten 16 kamen, sich die Männer also einzementieren und (viele aber definitiv nicht alle!) Frauen als Staffage wechseln dürfen?</p>
<p>Unsere Quote leistet gute Arbeit, aber teils nur an der Oberfläche. Unsere Aktivitäten müssen also über die reine Erfüllung der Quote hinausgehen. Der erweiterte KandidatInnenprozess hat hauptsächlich Männer dazu ermuntert sich zu präsentieren. Es hat sicher auch eine Rolle gespielt, dass die diversen externen Initiativen des Frühjahrs zu 80% aus Männern bestanden haben.</p>
<p>Problem gesehen, aber derzeit noch weit weg von einer Lösung. Ich halte es mit Master Yoda &#8220;Nachdenken ich muss&#8230;&#8221;</p>
<h2>Die Neuen</h2>
<p>Ich hoffe, dass wir die ersten sind, die erfolgreich QuereinsteigerInnen in die Politik integrieren können. Abgeordete/r zu sein ist ein Beruf, den man genauso wie jeden anderen können muss. Wie eigentlich in jedem Bereich kannst du Talent haben, aber es gibt viel zu lernen. Unsere Aufgabe als Partei wird es in den nächsten Monaten sein da viel Energie rein zu stecken, dass die Integration aller gut gelingt. Das wird schwierig und heikel, denn es geht auch um Zuständigkeiten und somit um potentielle Außenwirkung.</p>
<p>Ich glaube wir hätten Armin Soyka nichts gutes getan, ihn auf einen wählbaren Platz zu stellen. Natürlich wäre das ein tolles Signal im Wahlkampf gewesen. Ich finde es aber verantwortungslos einen 19-jährigen hier ins kalte Wasser werfen zu wollen nur um positive Wahlwerbung damit zu produzieren. Wir müssen uns aber intensiv um solche politischen Talente kümmern um ihn konkret die Chance zu geben vom Talent bis zur nächsten Wahl zu einem super Kandidaten zu werden.</p>
<p>Fazit: tolles Event, gute Liste mit viel Potential. Da können dann auch deutlich mehr als 16 Personen einziehen <img src='http://politikblog.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Audiomax und Strache sind 2 Seiten derselben Medaille</title>
		<link>http://politikblog.at/2009/10/29/audiomax-und-strache-sind-2-seiten-derselben-medaille.html</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 08:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Rathmayr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberlismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine ganze Generation ist wütend, und das zu recht! Es geht schon lange nicht mehr um merh Geld für die Unis, es geht um Zukunft, um Perspektiven. Die gefühlte Hilf- und Ratlosigkeit ist offener Wut gewichen. Ein Teil sucht im starken &#8211; wenn auch primitiven &#8211; Mann (=Strache) sein Heil, der ihnen nur den gemeinsamen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine ganze Generation ist wütend, und das zu recht! Es geht schon lange nicht mehr um merh Geld für die Unis, es geht um Zukunft, um Perspektiven. Die gefühlte Hilf- und Ratlosigkeit ist offener Wut gewichen. Ein Teil sucht im starken &#8211; wenn auch primitiven &#8211; Mann (=Strache) sein Heil, der ihnen nur den gemeinsamen Sündenbock vom Leib schaffen muss (=Ausländer). Das ist jener Teil, der nie gelernt hat, politisch aktiv zu werden, dem nie vorgelebt wurde, dass Protest konstruktiv sein kann und ganz persönlich und individuell umgesetzt werden kann. Der Opfer der verkümmerten Pseudo-Demokratie Österreich ist &#8211; und zugleich dessen zukünftiger Täter sein wird. </p>
<p>Der andere Teil sitzt im Audimax, sei es real, virtuell oder auch nur gefühlt &#8211; die demokratiepolitische Komponente dazu ist bei <a href="http://www.helge.at/2009/10/die-uni-brennt-nach-ameisenart/" target="_blank">Helge Fahrnberger</a>, <a href="http://phsblog.at/das-geheime-netzwerk-der-studierenden/" target="_blank">Philipp Sonderegger</a> und <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt-kollektive-organisation-in-realtime/" target="_blank">Jana Herwig</a> nachzulesen Die Misere im Bildungssystem ist weder neu noch unbekannt. Doch solange es wenigstens noch Perspektiven in Form von Jobs gab, solange klar war, dass nach Jahren des Lebens unter der Armutsgrenze, in der man sich nur durch minderwertige und schlecht bezahlte Nebenjobs am Leben erhalten konnte, irgendwann eine gute und gesicherte Zukunft erwartet, solange war es erträglich. Da konnte man auch mit der gesellschaftlichen Ächtung des Studierens umgehen. &#8220;Gehst studieren oder lernst was gscheits&#8221; höre ich immer noch in meinen Erinnerungen. Die Aussicht auf einen akademischen Titel, der einem in diesem Land Ansehen und bevorzugte Behandlung in allen Bereichen bringt, macht das Studierenden-Bashing erträglich &#8211; beides ist übrigens ein perverser Auswuchs der Obrigkeitshörigkeit dieses Landes. </p>
<p>Die Politik tut gut daran das Problem ernst zu nehmen, denn die Wut richtet sich nicht nur gegen die anderen, sondern auch gegen einander. Audiomax und Strache sind zwar 2 Seiten derselben Medaille, aber gleichzeitig erbitterte Gegner und gegenseitige Feindbilder. Das bringt enormes Spaltungspotential in die Gesellschaft der kommenden Jahrzehnte. Das System ist gefordert diese Wut zu mildern, das geht aber nur mit Perspektiven. Wer Perspektiven hat, kann vieles ertragen und braucht keine Feindbilder. Die Finanzkrise hat gerade mit mehrstelligen Milliardenbeträgen diese Perspektiven an ein krachendes System verkauft (siehe auch <a href="http://www.misik.at/sonstige/eine-freiheitsparty---die-audimax-rede.php" target="_blank">Misik&#8217;s Rede im Audimax</a> dazu). Mittel für die Banken und Konzerne statt Mittel für die Bildung war letztendlich der Auslöser dieser aktuellen Welle der Wut, und das zu recht.</p>
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